Mit den Gedanken werden fremde Körper gesteuert, während der eigene Körper an irgendwelche technischen Geräte angeschlossen ist. Kampfroboter und schwere Infanterie rücken mit futuristisch anmutender Luftunterstützung gegen den Feind vor. Ein Mann verliebt sich in die Frau eines fremden – eigentlich feindlichen – Volkes. Und in epischen Schlachten kämpfen Menschen gegen Gestalten aus dem Fantasy-Bereich. Wem diese Szenen bekannt vorkommen, hat vermutlich Matrix, Star Wars, Pocahontas und Herr der Ringe gesehen. Oder Avatar, den neuen Film der Titanic-Macher.
Die Story habe ich oben bereits angeschnitten und sie ist auch schnell erzählt: Um das Jahr 2150 herum betreibt ein Konsortium auf einer fremden Welt – Pandora – eine Mine, um einen Rohstoff namens Unobtainium abzubauen. Der Haken: Erstens wird der Planet – der von dichtem Wald bedeckt ist – bereits von den Na’vi bewohnt. Zweitens sind diese Na’vi ein Naturvolk, welches nicht an einem Abbau der Rohstoffe interessiert und daher den Raubbau betreibenden Menschen nicht grade freundlich gesinnt ist.
Um dieses Problem zu beheben wurden Wesen aus Na’vi-DNA geschaffen, die den Na’vi äußerlich stark ähneln, allerdings von Menschen gesteuert werden können. Diese Wesen sollen das Vertrauen der Na’vi gewinnen und ihnen den Lebensstil der Menschen näher bringen.
Jake Sully ist einer der Personen, die ein solches künstlich geschaffenes Na’vi-Wesen – den Avatar – steuern dürfen. Auf seiner ersten Expedition verirrt er sich allerdings und wird daraufhin von den Na’vi langsam in deren Mitte aufgenommen. Während Sully den Na’vi allerdings immer näher kommt, bereitet der leitende Militär – Colonel Quaritch – einen vernichtenden militärischen Schlag gegen die technisch weit unterlegenden Na’vi vor.
Die Story an sich ist solide, aber nicht sonderlich überragend und auch nicht grade von überraschenden Wendungen geprägt. Die Stärke des Films liegt zum einen in seiner Aufzeichnung in 3D, zum zweiten in den überwältigenden Bildern und der liebevollen Ausgestaltung der Pflanzen und Lebewesen auf Pandora. Auch wenn die Bilder zeitweilig ziemlich kitschig anmuten – ein bunt leuchtender Wald und Moos, welches grün blinkt wenn man darauf tritt sind sicher nicht jedermanns Sache – ist es James Cameron doch gelungen, einen großartigen Film zu schaffen, der 2:40 Stunden Unterhaltung pur bietet.
Und so bleiben am Ende nur wenige Fragen offen: Warum stattet man einen ultramodernen Kampfroboter mit einem überdimensionierten Bowiemesser aus? Müssen die Menschen in den Kampfrobotern die Beine bewegen? Und wie kommt eigentlich das Wasser in die Wasserfälle auf den fliegenden Inseln auf Pandora?
Fazit: Ein vor allem technisch begeisternder Film mit solider Story. Jedenfalls das beste Kinoerlebnis seit Gran Torino, reinschauen lohnt sich.
“Gran Torino” hab ich gestern erst auf DVD gesehen, DEN fand ich auch richtig gut. Zu “Avatar” kann ich im Moment leider nichts sagen.
Nüchternes Fazit. Anschauen sollte man sich den Film auf jeden Fall. Hinterher kann man ihn nämlich immer noch doof finden. Doch es steht außer Frage, dass der Film etwas neues darstellt. Und das nicht nur in 3D.