Feinheiten der deutschen Sprache

Zwei Tage überlege ich inzwischen, wie ich diesen Blogbeitrag formuliere. Dabei will ich doch nur auf Unterschiede zwischen Wörtern hinweisen, die kein Mensch zu kennen scheint. Zumindest werden manche Wörter gerne synonym verwendet, obwohl sie sich in der Bedeutung unterscheiden. Auf ein nettes Beispiel bin ich in den letzten Tagen gestoßen:

Er kann scheinbar nicht vernünftig formulieren.

und

Er kann anscheinend nicht vernünftig formulieren.

hören sich ähnlich an. Und die Bedeutung ist scheinbar die selbe. Anscheinend aber doch nicht, sonst hätte ich den Beitrag hier nicht geschrieben ;)

Das “scheinbar” im ersten Satz bedeutet, dass es nur den Schein hat, als könne er nicht formulieren; in Wirklichkeit kann er es schon. “Anscheinend” drückt dagegen aus, dass die Wirklichkeit nicht bekannt ist. Es hat zwar den Anschein, als könne er es nicht; allerdings ist unklar, ob dies der Wahrheit entspricht.

Warum ich den Beitrag geschrieben habe weiß ich nicht mehr. Zwar finde ich einen gewissen Stil im Sprachgebrauch wichtig. Aber man muss sich nicht in Details verlieren. Viel schlimmer sind Deppenapostrophe (“Hot Dog’s”, “Tante Emma’s Blumenladen”) und falsche Steigerungen (“Das ist der einzigste Fehler im Text”). In solchen Fällen bekomme ich wirklich einen Brechreiz.

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3 Responses to Feinheiten der deutschen Sprache

  1. Sefarina says:

    Ich bestehe immer auf dem Unterschied zwischen “dasselbe” und “das gleiche” ;-) Hauptsächlich, weil es mir als Kind so eingelernt wurde.

  2. MrBrook says:

    “Herr Ober, ich hätte gerne dasselbe wie der Herr am Nachbartisch!” :mrgreen:

    Ja, das wird auch gerne verwechselt. Aber wie gesagt: Lieber solche Fehler als bestimmte andere. Was auch schlimm ist: Ein willkürlich platziertes “wie”. “Das ist schlimmer als wie…”. Da schüttelt es mich.

  3. Mary Malloy says:

    Ich spreche und schreibe ja gern vernünftiges Deutsch, achte auch viel auf Feinheiten und kenne grundsätzlich die Regeln zur Verwendung bestimmter Wöter – der Sprachgebrauch im Alltag dagegen verleitet mich gelegentlich dazu, einiges schlichtweg falsch zu sagen. Und ich lasse mich nur ungern korrigieren, es kommt aber ab und an vor (vor allem mit der Verwendung von “wie” oder “das gleiche”). Wert lege ich aber beispielsweise auf “Sinn ergeben” oder “haben” und nicht “machen”!

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