Talentfreie Reporter

Manchmal fragt man sich wirklich, wofür die Rundfunkgebühren eigentlich gut sind. Die Befürworter sagen dann, man bräuchte diese für einen gewissen Rundfunkstandard. Die Menschen in Deutschland hätten einen Anspruch auf eine gewisse Grundversorgung. Hochwertige, freie Programme müsse es geben.

Das klingt zunächst plausibel. Wer sich aber dann Sendungen über Themen anschaut, von denen er Ahnung hat, kommt schnell in der Realität an. Recherchieren scheint auch bei Mitarbeitern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mitunter ein Fremdwort zu sein. Das hat man nicht nur in der “Killerspiel”-Debatte nach diversen Amokläufen erlebt, in deren Rahmen der öffentlich-rechtliche Rundfunk Berichte über eine Materie sendete, mit der sich offensichtlich auch bei der Berichterstattung kein Redakteur auseinandergesetzt hatte.

Nein, man sieht es jetzt wieder: Sei es Patricia Wiedemeyer, die das letzte Jahr offenbar verschlafen und anscheinend die Wörter “Suchmaschine” und “Wikipedia” nie zuvor in ihrem Leben gehört hat; oder sei es Katrin Brand, die offensichtlich ebenfalls nicht zu einer Recherche und einer neutralen Darstellung eines Themas in der Lage ist.

Man kann die beiden nur zu diesen Artikeln beglückwünschen. Ich meine: Ein dreiviertel Jahr wird man auf allen Kanälen mit der Netzsperrenproblematik bombardiert. Die Onlinepetition war die erfolgreichtste Petition überhaupt. Es wurde ein Sperrgesetz erlassen, welches keine Partei (zumindest offiziell; inoffiziell bin ich mir bei CDU/CSU nicht sicher) mehr haben will. Viele Bürger- und Verfassungsrechtler haben sich kritisch bis ablehnend zu Netzsperren geäußert. Und es gibt umfangreiche Dokumentationen des Ablaufs der Debatte im Netz. Es schafft nicht jeder, bei der Fülle von Material derart schlechte Artikel zu verfassen. Dafür benötigt man schon ein gewisses Talent.

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